FundamentRatgeber rund um den Hausbau

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Fundamente

Das Fundament nimmt das Gewicht des Hauses auf und gibt es an den Baugrund weiter. Der Fehler hier ist der teuerste: ein Fundament unter dem fertigen Haus zu korrigieren, ist kaum möglich. Deshalb wird die Fundamentart zum Baugrund und Gewicht gewählt - nicht umgekehrt.

Die Fundamentwahl ist stets ein Zusammenspiel dreier Faktoren: welcher Baugrund unter dem Haus liegt, wie hoch das Grundwasser steht und wie schwer das Gebäude wird. Einem leichten Holzrahmenhaus auf Sand genügt eine bescheidene Gründung; ein schweres Ziegelhaus auf quellfähigem Lehm braucht eine ernsthafte Konstruktion. Betrachten wir die vier Grundtypen.

STREIFEN PLATTE PFAHL PUNKT
Die vier wichtigsten Fundamentarten im Schnitt. Die Form der Gründung bestimmt, wie das Gewicht des Hauses in den Baugrund eingeleitet wird.

Streifenfundament

Ein geschlossener Stahlbetonstreifen unter allen tragenden Wänden. Eine universelle, weit verbreitete Lösung: passt für die meisten mittelschweren Häuser. Es gibt tief gegründete (unter der Frosttiefe) und flach gegründete Varianten. Auf tragfähigem Baugrund arbeitet es gut; auf frostgefährdetem Boden sind Berechnung und Dämmung nötig.

Bodenplatte

Eine durchgehende Stahlbetonplatte unter dem ganzen Haus. Sie verteilt die Last auf eine große Fläche und verhält sich daher auf schwachem und ungleichmäßigem Baugrund gut. Häufig wird sie mit einer Fußbodenheizung kombiniert («thermisch aktivierte Platte»). Nachteil ist der hohe Beton- und Bewehrungsverbrauch und damit die Kosten.

Pfahlgründung

Das Haus ruht auf Pfählen - Schraub-, Ramm- oder Bohrpfählen -, die die schwache obere Schicht durchstoßen und bis in den festen Grund reichen. Unverzichtbar auf Moor, vernässten und unebenen Grundstücken sowie für leichte Häuser. Oben werden die Pfähle durch einen Rost verbunden, auf den das Haus gestellt wird.

Punktfundament

Einzelne Fundamentpunkte unter Ecken und Wandkreuzungen. Eine sparsame Variante für leichte Bauten - Holzrahmenhäuser, Gartenhäuser, Nebengebäude. Nicht für schwere Wände geeignet und ohne vollwertigen Keller, dafür einfach und günstig.

Wie der Baugrund die Wahl bestimmt

Der Baugrund ist das Hauptargument. Sand- und Felsböden sind tragfähig und entwässern gut. Lehmböden neigen zum Quellen: gefriert die Feuchte, dehnen sie sich aus und drücken das Fundament nach oben (Frosthebung). Moor und vernässte Flächen haben kaum Tragfähigkeit. Deshalb wird vor der Wahl ein Baugrund- gutachten erstellt - man prüft den Schichtaufbau und den Grundwasserstand.

Anhaltspunkte: Baugrund und passende Gründung
BaugrundVerhaltenHäufige Wahl
SandTragfähig, entwässert gutStreifen, Platte
LehmFrosthebung bei Feuchte und FrostTiefes Streifen, Platte
MoorSehr weich, setzungsanfälligPfähle bis zur festen Schicht
HanglageHöhenunterschiedePfahl, Punkt

Frosthebung - der Hauptfeind der Gründung

Die Frosthebung lehmiger Böden kann das Fundament anheben und verkanten, was zu Rissen in den Wänden führt. Man begegnet ihr mit Gründung unter der Frosttiefe, Dämmung von Fundament und Schürze, Drainage und Ableitung des Wassers vom Haus weg. Ignorieren lässt sich Frosthebung nicht.

Erst der Baugrund, dann das Fundament

Die Fundamentart ist Folge, nicht Ausgangspunkt. Zuerst klärt man, was unter dem Grundstück liegt und wo das Grundwasser steht, und wählt erst dann die Gründung für das konkrete Haus. Ein universell «bestes» Fundament gibt es nicht.